Der Bedarf an Elektrizität in Deutschland

In den letzten zehn Jahren hat sich die Bruttostromerzeugung in Deutschland um rund 70 Terawattstunden (TWh), also 20 Milliarden Kilowattstunden, auf rund 620 Terawattstunden erhöht. Der Bruttostromverbrauch stieg im gleichen Zeitraum um 50 Terawattstunden auf rund 600 TWh. Beide, sowohl Stromverbrauch als auch Stromerzeugung, sind aber aktuell rückläufig (Quelle jeweils: Umweltbundesamt, 2011). Der Anteil der alternativen Energien konnte sich in den letzten zehn Jahren versechsfachen. Dieser Trend wird sich, insbesondere durch die Abschaltung der Kernkraftwerke, weiter fortsetzen.

Können alternative Energien den Bedarf decken?

Hat Deutschland in den letzten Jahren mehr Strom exportiert als importiert, ist der Energiefluss derzeit umgekehrt. Dies liegt unter anderem daran, dass die alternative Energien noch nicht in dem Maße den Energiebedarf decken können, wie dies erforderlich wäre. Bedenkt man, dass Industrie und Haushalte ungefähr denselben Energiebedarf im Jahr haben, ist durchaus vorstellbar, dass der Energiebedarf weiter sinken wird. Dies liegt auch daran, dass durch verbesserte Wärmedämmung und Stromsparmaßnahmen einem Mehrverbrauch entgegengewirkt wird.
Bei den alternativen Energien liegen derzeit die Windenergie, die Wasserkraft und das Biogas anteilsmäßig auf einer Höhe. Die Fotovoltaik kann – Verständlicherweise aufgrund der wenigen Sonnenstunden in Deutschland – hier nur wenig mithalten. Der Schlüssel in einem großen Beitrag der alternativen Energien zur Gesamtproduktion wird wohl in der Windenergie liegen. Das “Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik” hat im Auftrag des Bundesverbandes Windenergie ermittelt, dass eine Fläche von fast acht Prozent zur Windenergienutzung geeignet ist. Besonders viel Potenzial liegt der Untersuchung nach in Süddeutschland. Eine Energieerzeugung von zwei Dritteln des Bruttostromverbrauches in Deutschland wäre somit realistisch. Das wäre der Durchbruch der alternativen Energien.

Stromerzeugung ist nur eine Schwierigkeit

Es ist durchaus möglich, Kernkraftwerke und Produktionssysteme, die fossile Brennstoffe verwenden, durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Voraussetzung hierfür ist neben einem sinkenden Energiebedarf natürlich die ausgeweitete Energiegewinnung – also ein rascher Ausbau. Es ergeben sich hier zwei Herausforderungen: Die Stromleitungen haben noch nicht die Effizienz, um den so erzeugten Strom zu transportieren. Zudem hinkt die Entwicklung der Speichersysteme des gewonnenen Stromes noch hinterher. Im Gegensatz zur anderen Energieproduzenten ist Windenergie vom Wetter abhängig und produziert daher zum Teil Überschüsse, die für Spitzennachfragen gespeichert werden müssen. Neben dem Ausbau regenerativer Energien muss demnach zwingen eine Lösung dieser Probleme her, damit der Bedarf zufriedenstellend gedeckt werden kann.

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